Die Netflix-Verfilmung „Im Westen nichts Neues“ weit an der Historie vorbei?

Am 29. September 2022 lief in ausgewählten Kinos in Deutschland der neue Film an. Seit Ende Oktober steht der verfilmte Roman nun auch bei Netflix zum Abruf bereit.

Damit steht der Film einer großen Zuschauerzahl zur Verfügung.

Zum Inhalt

Der Film beginnt kurz vor dem Beginn des Ersten Weltkrieges. Was am Anfang des Krieges noch Euphorie war, verwandelt sich für Paul Bäumer und seine Kameraden, den jungen Soldaten an der Westfront im Ersten Weltkrieg, schnell in Verzweiflung und Angst.

Sie erleben nun einen Krieg am eigenen Leib. Dabei hatten sich die patriotischen Reden des Lehrers Kantorek besser angehört. So haben sich die Jungs freiwillig für den Kriegsdienst gemeldet. Hier lernen sie schnell die Hölle auf Erden kennen. Eine weitere schlimme Erfahrung ist außerdem, dass sie in der Heimat auch nicht mehr zurechtkommen.

Die Romanvorlage des Autoren Erich Maria Remarque von 1928 zählt zu den prägendsten Büchern, die zum Thema Krieg jemals geschrieben wurde. Das Buch konfrontierte somit in der Vergangenheit Generationen von Schüler im Geschichts- bzw. Deutschunterricht mit dem Thema Krieg.

Der Film

In Filmkreisen schon als intensives Filmerlebnis gefeiert, werden dem Epos auch Oscar-Chancen zugesprochen. Der Kinobesucher, der zweieinhalb Stunden exzellente, unter die Haut gehende, abschreckende Kriegsbilder in technischer Perfektion sehen will, hat bei diesem Film die richtige Wahl getroffen. Der Film zeigt die Natur des Krieges, die Brutalität, den Dreck und die ständige Überschreitung der Menschlichkeit. Blut spritzt ständig in Richtung Kamera, vor dem Schlamm sind selbst offene Wunden der Soldaten nicht sicher. abstoßend und abschreckend inszeniert.

Kritiker sehen das aber längst differenzierter. Sie halten den Film für wenig authentisch.

Dabei kann man das Werk von zwei Richtungen aus betrachten. Die eine ist: Wie nah ist der Film an der Romanvorlage? Die Andere: Wie genau beschreibt der Film die historische Realität?

Der Film trägt zwar den Namen des Romans „Im Westen nichts Neues“, aber von der Vorlage ist nur noch wenig zu erkennen. Dann arbeitet der Film mehr mit etablierten Klischees, als mit dem, was Historiker in mühsamer, akribischer Forschung in der neueren Vergangenheit herausgearbeitet haben.

Fazit:

Abschließend kann man sagen: „Im Westen nichts Neues“ ist als Unterhaltung ein sehenswerter Film, als Romanverfilmung eher misslungen.

Anzeigen

1 Kommentar zu „Die Netflix-Verfilmung „Im Westen nichts Neues“ weit an der Historie vorbei?“

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert