WordPress 7.1 verschiebt die Bildverarbeitung in deinen Browser
Mit WordPress (*) 7.1 ändert sich beim Hochladen von Bildern im Block-Editor grundlegend etwas: Statt den Server mit dem Erzeugen von Thumbnails, Varianten, Drehungen und Komprimierungen zu belasten, erledigt das in unterstützten Browsern jetzt dein Gerät selbst – und zwar bevor die Dateien überhaupt an WordPress (*) gehen.
So läuft der neue Upload ab
Du wählst ein Bild aus. Der Browser analysiert es, wasm-vips (die WebAssembly-Version von libvips) erzeugt in einem Web Worker alle benötigten Größen, wendet EXIF-Ausrichtung an, komprimiert und konvertiert bei Bedarf. Anschließend werden Original plus Varianten über mehrere REST-API-Anfragen hochgeladen. Der Server speichert nur noch und aktualisiert die Metadaten. Ein abschließender Schritt informiert Plugins, dass alles bereitsteht.
Das entlastet vor allem Shared-Hosting-Pakete spürbar. Große Smartphone-Fotos (oft 4000+ Pixel) führten bisher schnell zu hohen PHP-Speicherverbräuchen, Timeouts oder Fehlern, weil GD oder Imagick das Bild mehrfach dekodieren, skalieren und speichern mussten. Die eigentliche Rechenarbeit wandert jetzt auf dein Gerät. Auf geeigneten Systemen kann der serverseitige CPU- und Speicherbedarf der Bildverarbeitung dadurch deutlich sinken – teilweise sogar um mehr als 80 Prozent. Der genaue Wert hängt aber von Bildgröße, Anzahl der registrierten Größen, Serverleistung und parallelen Uploads ab. Bei kleinen Bildern merkst du kaum etwas, bei vielen großen Fotos schon deutlich.
Kleinere Dateien für deine Besucher
libvips liefert in der Regel bessere Komprimierung als die bisherigen Server-Bibliotheken (bei JPEGs oft rund 15 Prozent kleiner dank moderner Encoder). Das bedeutet kürzere Ladezeiten, weniger Datenvolumen und bessere Core Web Vitals – unabhängig davon, ob die Verarbeitung im Browser oder auf dem Server stattgefunden hat. Die Qualitätseinstellungen und Filter von WordPress (*) bleiben erhalten; kleine Vorschaubilder dürfen stärker komprimiert werden als große Varianten.
Wichtig: Beim Upload selbst kann zeitweise mehr Datenvolumen anfallen, weil Original plus alle Varianten übertragen werden. Der eigentliche Gewinn liegt in der Serverentlastung, der Zuverlässigkeit und den optimierten Dateien für Besucher.
Nicht jeder Browser macht mit
Die vollständige WASM-Pipeline läuft derzeit zuverlässig in Chrome und Edge ab Version 137 (dank Document-Isolation-Policy für SharedArrayBuffer). Firefox und Safari fallen automatisch auf den klassischen Serverweg zurück. Zusätzlich prüft WordPress Arbeitsspeicher (mindestens mehr als 2 GB verfügbar) und CPU-Kerne (mindestens zwei). Langsame Verbindungen oder Datensparmodus können ebenfalls den Fallback auslösen. Du merkst davon in der Regel nichts – der Upload funktioniert einfach weiter.
Moderne Formate und besondere Fälle
- Große Bilder: Der Big-Image-Threshold (Standard 2560 Pixel) greift weiterhin; die Skalierung kann jetzt clientseitig erfolgen.
- WebP und AVIF: Clientseitig möglich, auch wenn der Hoster die Formate serverseitig nur eingeschränkt unterstützt. Automatische Umwandlung hängt weiterhin von deinen Filtern ab.
- HEIC/HEIF (iPhone-Fotos): Werden je nach Plattform und Browser gelesen und als JPEG hochgeladen; das Original bleibt oft als Begleitdatei erhalten. Die Unterstützung ist stärker von OS und Browser abhängig.
- Animierte GIFs: Undurchsichtige können optional in effizientere MP4- oder WebM-Videos umgewandelt werden (das GIF bleibt erhalten). Transparente GIFs und bestimmte Galerie-Kontexte bleiben unangetastet.
Was Plugins und du beachten solltet
Die meisten Plugins merken kaum etwas: wp_generate_attachment_metadata läuft weiterhin (einmal beim Anlegen, einmal nach allen Varianten). Serverseitige Image-Editor-Hooks greifen bei clientseitiger Verarbeitung nicht. Wer zwingend den alten Weg braucht, deaktiviert die Funktion einfach:
PHP
add_filter( 'wp_client_side_media_processing_enabled', '__return_false' );
Teste die Umstellung, wenn du individuelle Bildgrößen, Wasserzeichen, CDN-Offload, strenge Content (*)-Security-Policies, HEIC oder animierte GIFs nutzt. Achte besonders darauf, dass Plugins idempotent arbeiten (keine doppelten Wasserzeichen bei zweifacher Filter-Ausführung) und dass der Fallback in nicht unterstützten Browsern sauber funktioniert.
Für dich als Redakteur ändert sich im Alltag kaum etwas: Du lädst das Bild hoch, WordPress entscheidet automatisch, ob Browser oder Server die Arbeit übernimmt. Das Ergebnis sind zuverlässigere Uploads, entlastete Server und oft bessere, kleinere Bilddateien für deine Besucher.
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